JUNTA - Ein ganz und gar unmoralisches Spiel

Bananenrepublikanische Etikette

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Nachspiel: Ein paar gut gemeinte Ratschläge

Tarnen und täuschen, lügen und betrügen, das sind die Fähigkeiten, die Sie brauchen, um Junta zu gewinnen!

Nicht jeder hat die skrupellosen Eigenschaften der in diesem Spiel parodierten Herren (zumindest hoffen wir das für Sie und Ihre Freunde!). Da wir Ihnen dabei helfen wollen, Ihr tugendhaftes Leben für die Dauer des Spiels aufzugeben - und anschließend wiederzuerlangen, haben wir einen Schnellkurs für Sie vorbereitet:

  1. Schreiben Sie hundertmal auf ein Blatt Papier "Junta ist nur ein Spiel".
  2. Schauen Sie sich die alten Videos der TV-Serie "Dallas" an und machen Sie sich Notizen.
  3. Studieren Sie besonders die Charaktere, die Sie für die fiesesten halten (z.B. J.R. Ewing).
  4. Wenn Sie Junta spielen, stellen Sie sich vor, Sie seien J.R.Ewing. Versuchen Sie so fies und skrupellos wie er zu sein.
  5. Wenn Sie mit jemandem spielen, der Sie noch nicht gut kennt, machen Sie zwischendurch mal eine Pause und zeigen Sie im Ihr wahres, sympathisches Ich.

Verwechseln Sie niemals Junta mit dem wahren Leben, das ist gefährlich!

Wer immer lügt, dem glaubt man nicht! Sie können die anderen Spieler nicht immer nur belügen und betrügen, denn dann glaubt Ihnen niemand mehr. Seien Sie ehrlich zu den Spielern, die Sie zu Ihren Verbündeten machen wollen. Andererseits kann ein kleines bisschen Irreführung auch nicht schaden.

Seien Sie aktiv! Wenn Sie bisher nur 2-Personen-Spiele kennen, werden Sie überrascht feststellen, dass Spiele mit 5 oder 6 Mitspielern erheblich länger dauern. Also überlegen Sie nicht lange, wenn Sie an der Reihe sind (z.B. wenn Sie ein Attentat ankündigen). Planen Sie Ihre Aktionen im voraus.

Rache ist ein Luxus, den Sie sich nicht leisten können! Es wäre ein Fehler, sich umgehend an dem Spieler zu rächen, der Sie gerade ins Jenseits befördert hat. Machen Sie sich lieber seine Furcht vor Ihren Racheakten zunutze. Erzählen Sie ihm, dass Sie die Vergangenheit begraben, wenn er Ihnen zu einem größeren Anteil am Staatshaushalt verhilft. Vergessen Sie nicht: Geld gewinnt das Spiel, nicht Rache!

Höflichkeit wird belohnt! Wenn Sie auf jemanden schießen und ihn verfehlen, dann entschuldigen Sie sich. Erklären Sie ihm die Notwendigkeit Ihrer Handlungsweise aus dem globalen Zusammenhang heraus. Lassen Sie Ihr Opfer wissen, dass Sie es nicht so gemeint haben; es war nur ein Unfall, Sie denken nicht im Traum daran, es noch einmal zu versuchen.

Nehmen Sie die Karten, wie sie sind! Sie werden nie das ideale Kartenblatt auf der Hand haben, um einen Putsch im Alleingang zu gewinnen. Niemand kann das! Warten Sie nicht auf bessere Karten, sonst schickt Sie vorher jemand ins Jenseits und Sie verlieren alles. Setzen Sie eine überlegene Miene auf, und ein oder zwei andere Spieler werden sich Ihren Aufständischen anschließen. Sobald die Dinge ins Rollen kommen, genügt ein Verbündeter, um den Putsch zu gewinnen. Außerdem sorgt ein gelegentlicher Putsch für ein bisschen Abwechslung im Spiel.

Machen Sie das Beste aus Ihrer Situation! Admiral zu sein ist kein Grund zur Verzweiflung. Ihnen bleibt immer noch die feierliche Beschießung des Präsidenten-Palastes, um einen Putsch auszulösen. - Aber Vorsicht! Ein frustrierter Admiral, der in jeder Runde einen Putsch startet, anstatt seine Rolle mit originelleren Ideen auszufüllen, macht sich keine Freunde. Starten Sie höchstens in jeder zweiten Runde einen Putsch. Ein fehlgeschlagener Putsch stärkt nur den amtierenden Präsidenten und führt zu Verlusten guter Karten bei Ihren Verbündeten, die zu dem Schluss kommen könnten, dass das gegenwärtige Regime das kleinere Übel ist.

Bieten Sie Ihre ganzen Überredungskünste auf! Der Präsident hat oft genügend Stimmen, um jeden Staatshaushalt durchzudrücken, den er vorschlägt. Ein kluger Präsident jedoch verteilt oft einen kleines Extra. Ermuntern Sie ihn, auch in Ihre Richtung etwas Geld auszustreuen; Sie seien genauso gut käuflich wie der Kerl neben Ihnen. Als Minister weisen Sie vorsichtig auf die Gefahr einer Revolte hin und die Notwendigkeit starker Polizeikräfte. Beklagen Sie die hohen Kosten für die Anschaffung neuer Raketen, wenn Sie als Admiral oder Kommandeur der Luftwaffe gerade den Präsidenten-Palast beschossen haben. Natürlich wird der Präsident ablehnen. Aber was haben Sie schon dabei verloren?

Nutzen Sie gute Gelegenheiten! Nur weil Sie eine bestimmte Karte gerade nicht ausspielen können, ist das noch lange kein Grund, sie abzulegen. Geben Sie sie lieber einem anderen Spieler. Sie schlagen damit gleich viele Fliegen mit einer Klappe: Der andere Spieler steht in Ihrer Schuld; Sie haben wieder Platz für neue Karten; die Karte bleibt im Spiel und kann noch eine Abstimmung oder den Putsch beeinflussen. Außerdem hat der andere Spieler jetzt vielleicht zu viele Karten und - wer weiß? - gibt Ihnen gerade die Karte, die Sie brauchen.

Nutzen Sie den Überraschungseffekt! Ihre Politischen Karten sind viel wirkungsvoller, wenn Sie sie zum richtigen Zeitpunkt ausspielen. Wenn Sie gerade eine Einfluss-Karte mit 10 Stimmen gezogen haben, gibt es keinen Grund, sie sofort auszuspielen. Spielen Sie sie erst im zweiten Wahlgang einer Abstimmungsrunde. Wenn das Ergebnis des ersten Wahlganges knapp war, sollten Sie damit die Abstimmung gewinnen - es sei denn, ein anderer Spieler war genauso clever wie Sie. Vielleicht können Sie auch eine Runde warten und den Präsidenten in dem Glauben lassen, er hätte einen sicheren Stimmenvorsprung. Ein paar Überraschungscoups von Ihnen wie dieser, und die anderen Spieler bekommen Respekt vor Ihnen. (Vielleicht halten sie Sie auch für etwas dämlich, aber auch das kann von Vorteil sein.)

Lassen Sie die Hände auf dem Tisch! Legen Sie Ihre Karten und Plättchen so aus, dass sie leicht zu überschauen sind. Das hält die anderen Spieler davon ab zu glauben, Sie würden etwas verbergen - was jemanden dazu verleiten könnte, Sie umzubringen. Sie sollten immer Ihr Schweizer Konto und das Bargeld deutlich voneinander getrennt halten, ebenso das Plättchen für den gewählten Aufenthaltsort von den anderen Ortsplättchen. Und natürlich sollten die ausgespielten Einfluss-Karten immer sichtbar sein.

Wer räumt das Chaos auf? Wenn Sie am Ende eines Putsches nichts zu tun haben, bereiten Sie das Spielbrett für die nächste Spielrunde vor. Ein Spieler, dessen Amt vom Schwager des Präsidenten übernommen wurde, ist für diese Aufgabe prädestiniert.

Ein Putsch? Wo? Wenn die meisten Spieler sich zu Beginn eines Putsches auf dieselbe Seite schlagen, ist das Ende vorhersehbar und der Putsch langweilig. Sie tun sich selbst und den anderen einen Gefallen, wenn Sie solche Situationen vermeiden. Natürlich wissen Sie, dass Sie loyal sind. Auch der Präsident weiß es, schließlich hat er Ihnen 5 Mio Pesos versprochen, wenn die Regierungsfraktion gewinnt - aber das brauchen Sie den anderen Spielern ja nicht auf die Nase zu binden!

Make fun, not war! Wir hoffen, dass Ihre Junta-Partien sich zu wilden Massenschlägereien entwickeln - aber nur symbolisch. Lassen Sie sich nicht so weit mitreißen, dass die Atmosphäre am Spieltisch für alle unerfreulich wird. Wenn jemand anfängt, ganz verbissen über eine Regelauslegung zu streiten, schreiten Sie ein und unterbrechen Sie das Spiel, damit alle einmal kräftig durchatmen können und sich beruhigen.

Nach unseren Erfahrungen gibt's die meisten Probleme mit dem richtigen "Timing": Wenn Sie beispielsweise ein Attentat ankündigen (und damit die Kartenhand eines anderen Spielers "einfrieren") oder wenn Sie einen Putsch ansagen, vergewissern Sie sich, dass jeder Sie hört. Heben Sie den Arm oder hauen Sie auf den Tisch, wenn der Lärmpegel zu hoch ist.

Es ist völlig verständlich, wenn Sie auf einen anderen Spieler sauer sind, der Sie ermorden ließ oder Ihr Regime durch einen Putsch gestürzt hat. Wenn Sie ihn wirklich verfolgen wollen, verbringen Sie den Rest des Spiels damit, Attentate gegen ihn anzuzetteln und Aufstände zu initiieren, wenn er der Präsident ist. Sie können damit zwar das Spiel verderben, Sie sollten sich aber nie Ihre Laune verderben lassen.

Wir sind sicher, dass Sie mit Junta eine Menge Spaß haben werden. Aber zu viel Spaß kann manchmal auch zu viel des Guten sein.

Wir haben hier nicht über die militärischen Aspekte eines Putsches gesprochen und über die Strategien, die zum Sieg führen. Diese sollten Sie selbst während des Spiels finden und entdecken. Wir wollen auch den Eindruck vermeiden, es gäbe eine "richtige" Spielweise, die zum Sieg führt. Wenn Sie und Ihre Freunde nicht allen unseren Ratschlägen zustimmen, ignorieren Sie sie einfach. Wir können nicht wissen, was Ihnen an einem Spiel am besten gefällt. Wir wollen nur, dass Ihnen Junta gefällt.

Eric Goldberg
Ben Grossman

PS: Damit keine Zweifel aufkommen: Bei allen frevelhaften Aktionen, die Sie in diesem Spiel unternehmen können, müssen Sie sich doch immer an die Spielregeln halten!

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